Anecdota

Laughter is the Best Medicine

Humor und Klischees: “Die Goldfische” – Regisseur und Produzentin im Gespräch


Ich frage deswegen, weil ich mir
die Frage gestellt habe, ob man einen Film so erzählen würde über Homosexualität
oder Migration, also auf diesem
komödiantischen Rücken wie in diesem Genre. Das war in den Neunzigern mit Filmen mit berühmten Schauspielern aus
Deutschland, wo das gemacht wurde und man hat
irgendwie darüber gelacht und es hat vielleicht
auch zur Akzeptanz von Homosexualität in der Gesellschaft
beigetragen. Aber würde man heute so einen
Film über Homosexualität machen, dann
wäre es eher Klamauk. Sind wir so gesehen Jahre hinterher was Behinderung im Kino angeht? Oder ist das anders? Also ich finde dass der Film ja
tatsächlich – die Prämisse ist die positive Diskriminierung, dass praktisch eigentlich erst
einmal gesagt wird die beste Tarnung um
Schwarzgeld über die Grenze zu schmuggeln ist, wenn du einen Behindertenbus nimmst, dem keiner etwas zutraut und ich
finde es schon, dass sich die Gesellschaft in dem Falle ja dann auch
hinterfragt und man die ganzen Vorurteile entlarvt
und am Ende des Tages eines Besseren belehrt wird. Ich finde da ist schon ein
gesellschaftlicher Prozess erkennbar, der eine Entwicklung aufzeigt und die Komödien, wo es um Homosexualität ging, waren viel mehr eins zu eins,
finde ich. Das eben nicht mit den Vorurteilen gespielt wurde und sie
gleichzeitig umgedreht wurden, das finde ich schon. Ein Stück weit heutiger
vielleicht. Aber irgendwie das Thema
Homosexualität ist ein gutes Beispiel. Es gibt eine sehr erfolgreiche Sitcom. “Modern Family” in
Amerika ist glaube ich die erfolgreichste der
letzten Jahre, der letzten zehn
Jahre. Und da ist eine der beiden drei
Familien porträtiert und eines davon
ist ein gay-couple mit einem adoptierten Kind. Da kann man natürlich auch
sagen: ‘Okay, der eine ist ein bisschen klischeehaft dargestellt in
seiner Art von Homosexualität.’ In Amerika vertreten einige die Theorie, dass es
ohne diese Serie die gay-marriage Gesetzesänderung nicht gegeben hätte, weil es
eine Serie war, wo Homosexualität nicht
problematisiert wurde, sondern wo sie einfach als
Pärchen gezeigt wurden, die Probleme haben wie
heterosexuelle Paare. Ich glaube es geht. Es geht immer darum: wird
problematisiert wenn man sagt: ‘Ein Leben als Homosexueller ist
nicht das Gleiche oder nicht
lebenswert’, schlimmstenfalls, wie es leider oft gemacht wird
zum Thema Down-Syndrom beispielsweise wenn es um
einen Schicksalsschlag und Pränataldiagnostik geht
und so weiter. Ich denke wenn ein Film es
schafft zu sagen ‘das ist kein
Problem’ und das ist unser Credo gewesen, weil ich das auch aus meiner
persönliche Erfahrung genauso bestätigen kann dann
ist das finde ich sozusagen dann
darf es klamaukig oder lustig sein, solange es dazu führt,
dass man Distanzen abbaut und
Berührungsängste abbaut.

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