Anecdota

Laughter is the Best Medicine

Lorenz Keiser: Matterhorn Mojito | Comedy Showcase 2020 | SRF Comedy


Heute Morgen
wachte ich auf und merkte, dass ich in einer neuen Welt lebe. Irgendjemand hatte über Nacht
die Welt ausgewechselt. Und ich sage das nicht
wegen der Einladung von Samstag. Wobei:
Klar, auch die Einladung von Samstag wäre in der alten Welt
etwas Einfaches und Schönes gewesen. Ich sagte zu Lea: “Lea,
gestern Abend gingen wir zu Bett.” “Und da war die Welt noch so: Älplermagronen,
England und Emmentaler Trachten.” “Und heute Morgen stehe ich auf
und die Welt ist Bulgur, Brexit und Burkaverbot.”
* Lachen * In einer Nacht! Von Ä nach B. Gestern: Tibetische Kinderflüchtlinge dekorieren
das Pestalozzi-Dorf Trogen. Heute:
Ein arabischer Wirtschaftsflüchtling betoniert das Militärkaff Andermatt.
* Lachen * Ja, fangen wir mit Ihnen an! Ich meine, ich finde es sehr nett,
dass Sie gekommen sind. Aber seien wir ehrlich:
Sie hätten nicht kommen müssen. * Lachen * In der alten Welt ja.
In der alten Welt mussten Sie kommen. Aber heute? In der alten Welt war Zürich … Ich komme aus Zürich. Da war Zürich ein Opernhaus,
ein Schauspielhaus – fertig. Zwei Kleintheater, drei Konzertsäle, zehn Monate Nebeldecke,
horizontaler Eisregen … * Lachen * Heute kommst du aus der Wohnung. Das ist eine Mischung
aus Barcelona und Miami. * Lachen * Alle gehen mit jemandem aus,
die Jalicia heisst. * Lachen * In Clubs und Lounges, an Vernissagen
in ehemaligen Bolzenschussfabriken und trinken einen Matterhorn-Mojito
für 18 Fr. Oder ein Bier aus einer Brauerei
in einem Baumhaus in Birmensdorf. * Lachen * Und dann … Dann ging ich heute Morgen hinaus
in diese völlig neue Welt – wegen des Einkaufens. Wir haben ja am Samstag diese
Einladung – bei uns zum Abendessen. Und irgendwann
musst du dir einfach überlegen, was du kochen willst. Am Samstag kommen: Marie-Claire und Piet … … Carmela und Toto … … und Betty und Hamme
zu uns zum Apero und Abendessen. Das ist eine Generalstabsübung.
* Lachen * Marie-Claire isst nichts
mit Knoblauch oder Zwiebeln. Carmela ist Vegetarierin. Piet ist allergisch
auf Nüsse und Erdbeeren. Ich dachte, ich umgehe alle Probleme
und mache eine Pizza. Aber nein:
Betty muss glutenfrei essen. Sonst juckt es sie überall.
* Lachen * Jetzt: Was legst du Glutenfreies
unter die Pizza statt des Teigs? * Lachen * Milchreis.
* Lachen * Das geht nicht, denn Marie-Claire
ist laktoseintolerant. Das Einzige, was bleibt,
ist ein schöner Soja-Milchreis. Aber das Problem: Den esse ich nicht.
Den finde ich eklig. * Lachen * Sie nicken alle so verständnisvoll.
* Lachen * Kennen Sie das auch? Darf ich Sie fragen? Was essen Sie nicht? Schnecken.
– Schnecken? * Lachen * Wollen Sie am Samstag
zum Abendessen kommen? * Lachen * Ich würde mich freuen. Schnecken –
das wäre mal etwas ganz Neues. Sonst keine Probleme? Kutteln? Hirn?
* Lachen * Das nicht so?
Okay, das ist blöd, denn ich wollte am Samstag
als Vorspeise etwas Hirn machen. * Lachen * Aber ich mache in dem Fall
das neue Hirn Zero. * Lachen * Es sieht aus wie Hirn,
ist aber garantiert hirnfrei. * Lachen * Entwickelt
von führenden Schweizer Parteien. * Lachen * Nein, schauen Sie,
man darf das nicht unterschätzen, wenn man eine Einladung macht. Wir haben in unserer Gesellschaft
heute die essende Klasse und das Vegetariat.
* Lachen * * Applaus * Und dann noch etwa
25 ernährungspolitische Untergruppen. * Lachen * Und wenn du schon so viele Probleme
mit dem Essen hast wie wir, dann brauchst du
überhaupt keine Politik mehr. Dann musst du mit der Politik
überhaupt nicht mehr anfangen. Dann können wir irgendetwas nehmen –
egal, was. Eine Million Flüchtlinge
stehen an der Grenze von Europa und wollen hinein. Die Rechten sagen:
“Wir müssen Stacheldraht spannen.” “Wir müssen die Armee
an die Grenze stellen.” Entschuldigung! Wer hat Angst vor einer Armee, die mit einem Taschenmesser
bewaffnet ist, das einen Korkenzieher hat?
* Lachen * Und die Linken
halten “Welcome”-Plakate in die Höhe. “Sehr erfreut, Herr Abdul Rahim!” “Mein Name ist Annekäthi Suwananda
Birchmeier-Mbongo!” * Lachen * “Ah, Sie reichen mir die Hand nicht?
Das macht gar nichts!” “Hauptsache, Sie sind da.” “Aber wir hätten gerne flankierende
Massnahmen auf dem Arbeitsmarkt.” “Wenn Sie unsere Frauen
ein bisschen respektieren würden …” Und dann kommt aus den Reihen der SP
die rettende Idee: Sexkurse für Asylbewerber.
* Lachen * Das schafft
8’000 Sozialarbeiterstellen in 2’000 Quartierzentren. So hast du die Integration und die
flankierenden Massnahmen in einem. * Lachen * Und die Rechten sagen: “Die werden
gar nicht politisch verfolgt.” “Das sind nur
Wirtschaftsflüchtlinge.” Wirtschaftsflüchtlinge! Ich meine: Wirtschaftsflüchtlinge –
was heisst das? * Lachen * Wirtschaftsflüchtlinge sind Leute, die illegal in ein Land schleichen,
um zu arbeiten. * Lachen * Das ist, als würde jemand
in deine Villa einbrechen … … um sie zu putzen.
* Lachen * Und die Linken, die Angst haben, sie
nähmen uns die Arbeitsplätze weg … Entschuldigung, aber wenn einer, der
vier Monate auf der Balkanroute ging, ein Jahr im Durchgangsheim sitzt,
unsere Kultur nicht kennt, unsere Sprache nicht spricht,
dann aus dem Asylzentrum kommt und dir deinen Job wegnimmt … … dann musst du
dein LinkedIn-Profil updaten! * Lachen und Applaus * Ja, Lea, du willst etwas machen.
Das verstehe ich. Und das finde ich auch gut. Sicher, Lea,
die Flüchtlingskrise ist gross. Und die Politik macht nicht genug,
ja. Aber Lea,
ich finde es keine gute Idee, wenn wir jetzt
einen Asylanten bei uns aufnehmen. Das Zimmer zum Bügeln steht leer,
ich weiss. Aber wer sagt dir,
dass er bügeln kann? * Lachen * Okay, das muss er nicht.
Einverstanden! Er kann anders helfen. Was? Schau, es geht
doch darum, dass wir ihm helfen, sich bei uns zu integrieren. Lea! Das ist doch alles komplett falsch. Was ist alles komplett falsch? Dieses ganze Integrationsgeschwätz! “Die Ausländer
müssen sich bei uns integrieren.” “Sie müssen sich uns anpassen,
schliesslich kommen sie zu uns.” An die Schweizer kannst du dich
überhaupt nicht anpassen. So, wie wir sind … … kommst du entweder zur Welt
oder du hast keine Chance. * Lachen * Nein, wir müssen uns integrieren,
nicht sie. Wir können uns anpassen. Geschichtlich gesehen sind wir
die Weltmeister im Integrieren. Logisch. Wir waren nie
eine adelige Gesellschaft wie diese ganzen Monarchien
um uns herum. Grafen und Fürsten
und Abendvergnügungen mit Spanferkeln und Hofdamen in Brokatkleidern,
die Menuette tanzen. Nein, wir sind diejenigen,
die nichts hatten. Im Wald …
* Lachen * … suchten wir nach Wurzeln.
* Lachen * Lochen, ausgraben,
Schweiss im Gesicht. Erde an den Händen.
* Er spuckt. * 30 Nägel
in den Knollen der Wurzel schlagen. Und erst dann an die Abendvergnügung,
um denen, die Menuette tanzen, die Wurzel über den Kopf zu schlagen. * Lachen * Und plötzlich
erwachten sie am Morgen: die alten Schweizer. Und über Nacht gab es eine neue Welt. Leopold I. Herzog von Österreich
und der Steiermark. Er kommt
mit einem gewaltigen Ritterheer, das eiserne Rüstungen trägt. Da nützt es gar nichts,
wenn du denen mit dem Morgenstern … Und wir haben uns sofort angepasst. * Lachen * Wir lockten ihn nach Morgarten. Links
geht es steil den Hang hinauf. Rechts Sumpf und Ägerisee. Und als dieses Heer
in diesem Engpass war, haben wir ihm vom Hang hinab diesen ganzen Shitstorm
aus Baumstämmen und Steinen … Und die Ritter Richtung See … Sie fielen im Sumpf um und … Ja. Steh mal auf
mit einer 40 kg schweren Rüstung, wenn dir auf der Unterseite
die Scharniere rosten! * Lachen * Aber interessant! In diesem ganzen Schlamassel
mit Tausenden Toten … … hat Herzog Leopold einen sicheren
Weg durch den Morast gefunden … … und konnte flüchten. Er kommt aus der Steiermark … … und kennt sich aus zwischen
der Figlenfluh und Schafstetten! * Lachen * Und daran sieht man eben: Leopold war als Habsburger
auf dem Papier zwar Österreicher, aber eigentlich
ein Aargauer Immigrant. * Lachen * Ja. Sie hatten in Österreich wahn-
sinnig viele Aargauer Immigranten. Das ist ein Problem,
das sie mit uns Zürchern teilen. * Lachen * Sie standen am Bahnhof in Wien
mit solchen “Welcome”-Plakaten. “Kaiserschmarrn und Rüeblitorte.” “Nieder mit Vienna!
Long live Schinznach-Bad!” * Lachen * Und während wir darüber nachdenken, ob wir zwischen Zürich und Aarau
eine Mauer bauen wollen – * Lachen * und die Aargauer
müssen sie bezahlen – * Lachen * haben die Österreicher
sie willkommen geheissen. Und sie sind damit weit gekommen. Weit. Sie haben keine Sexkurse für Aargauer
angeboten. * Lachen * Und Poldi
nach seiner Niederlage bei Morgarten sofort zurück ins Schloss Schönbrunn. Er schrieb eine miserable Rezension
auf TripAdvisor. * Lachen * “Gegend: sumpfig”. “Strassenzustand: katastrophal”. “Lokale Bevölkerung:
äusserst grantig”. * Lachen * Jetzt die Schweizer: Nach ihrem Sieg bei Morgarten hatten
sie natürlich eine Riesenfreude. Länder besetzen, Fürsten quälen … … den Bundesbrief fälschen … Bis über Nacht
plötzlich auf allen Schlachtfeldern alles “Made in China” war. Das Auftauchen des Schiesspulvers. Und plötzlich
wird Sieg oder Niederlage eine Frage moderner Waffen. Also eine Frage des Geldes. Geld! Sie, das hat uns völlig
aus den Erdlöchern geworfen. Denn Schweizer und Geld … Unsere Kultur zum Geld war bis dahin: “Wenn wir Geld brauchen,
nehmen wir es jemandem weg.” * Lachen * Bis zu diesem Zeitpunkt war das so. Gut, so blieb es auch. * Lachen * Aber die Methoden
mussten sich ändern. Dieser historische Moment
ist der Übergang vom Gewaltverbrecher
zum Vermögensverwalter. * Lachen * Das sind graduelle Unterschiede,
okay. * Applaus * Aber das ist der Moment. Denn zuvor: alles mit Gewalt. Wir Schweizer lieben Gewalt. Noch heute haben alle
unsere grossen Volksvergnügungen mit Gewalt zu tun. “Tatort”.
* Lachen * “Der Bestatter”. Das Schwingfest. Das Verbrennen des Bööggs. Der Eurovision Song Contest.
* Lachen * Doch!
Das läuft unter häuslicher Gewalt. Nach zehn Minuten willst du dir
ein Messer in den Hals stecken. * Lachen * Und wir – peng – haben uns über Nacht
wieder voll integriert. Wenn die Monarchien rundherum
so viel Geld haben, um Waffen zu kaufen … … sollen sie doch auch uns kaufen. Das sind die ersten
bilateralen Abkommen mit Europa. * Lachen * Und kurz darauf stehen die Schweizer
nicht mehr am Morgarten, sondern als gekaufte Söldner
auf jedem Schlachtfeld von Schweden bis Sizilien. Wer es dann aber schafft, die jahrhundertelange
exzessive Söldnerei international als Neutralität
zu verkaufen … * Lachen * … ist wirklich
der King der Integration. * Applaus * Ja, ich meine, wer von uns Schweizern
ist denn Schweizer? Die meisten Schweizer
sind ja halbe Ausländer. Oder sogar ganze. Ja, ich meine,
ich kann ja mal kurz fragen. Von Ihnen,
die jetzt heute Abend hier sitzen: Wer ist, sagen wir halber
oder ganzer Deutscher? Halten Sie die Hand hoch
oder rufen Sie! Ja, da vorne halten so ziemlich alle
die Hand hoch. Wer ist halber oder ganzer Italiener? Sie können
ruhig mutig die Hand heben. Ja, ja, das sind einfach die anderen.
Okay! * Lachen *
Franzosen? Dort. Österreicher? Andere Nationen? Halber Aargauer.
– Halber Aargauer. * Lachen * * Applaus * Araber? Gibt es hier Araber? Sie können ruhig rufen.
Ich mache keine Witze über Araber. Also … Nicht, dass ich denken würde,
Araber seien nicht lustig. Ich will einfach nicht …
Ich weiss nicht … Ich will nicht … … sterben.
* Lachen * Ja, manchmal ist der nächste Araber ja nur ein Steinwurf
von dir entfernt. * Lachen * Wer ist ganzer Schweizer?
100 % Schweizer? Halten Sie mal die Hand hoch!
Aber Moment! Zuerst nachdenken!
* Lachen * Zu 100 % Schweizer heisst:
vier Schweizer Grosseltern. Wer hat vier Schweizer Grosseltern? Bitte heben Sie die Hand! Doch, ja.
Das ist doch die Mehrheit hier. * Lachen * Sie waren eine der ersten,
die die Hand hob. Sind Sie sicher? Ist das Ihre Frau? Nein? Entschuldigung! Ich habe nur gedacht,
es wäre eine Idee. * Lachen * Sie ist ein Sammlerstück.
* Lachen * Die machen sie immer weniger. Schauen Sie, meine Frau:
halbe Türkin, halbe Norwegerin. Betty:
halbe Irin, halbe Brasilianerin. Carmela und Toto: ganze Italiener. Piet: Holländer. Und Hamme … Hamme … Er mag es nicht,
wenn du ihn so nennst. Und ich mag es nicht, wenn am Samstag
auch noch Hamas kommt, der todsicher
kein Schweinefleisch isst. * Lachen * Wo ist das Problem? Hamme sollte ja
auch kein Schweinefleisch essen. Hamme isst Schweinefleisch. Was meinst du, warum er Hamme heisst?
* Lachen * Hamme hat das Schweinefleisch
nur gegessen, weil er zu viel Anstand hat. Nein, weil er zu viel Hunger hat.
* Lachen * Na ja, Hamme … Schauen Sie, Hamme … … heisst eigentlich Abraham. * Lachen * Und er ist Jude. Und das letzte Mal, als sie bei uns
waren, dachte ich nicht daran. Es gab einen Schinken im Teig.
* Lachen * Jetzt würde man meinen:
Jude und ein Schinken im Teig – das wird ein Riesenproblem. Aber nein.
Das Einzige, was er sagte, war: “Mmh!” “Wie hast du diesen Fisch
zubereitet?” * Lachen und Applaus * Da sagte ich:
“Abraham, es ist ein Schinken.” Da sagte er: “Ich wollte
nicht wissen, wie der Fisch heisst.” * Lachen * “Nur, wie er gemacht ist.” * Lachen * Und seither
nennen wir ihn immer “Hamme”. * Applaus * Es gibt keine Buchbinder mehr. Es gibt keine Schriftsetzer mehr. Es gibt keine Drogistinnen mehr. Dafür haben wir heute
Kommunikationsbeauftragte, Kommunikationsexperten,
Kommunikationstechnologen … Was gibt es die ganze Zeit
zu kommunizieren? Früher gingst du morgens zur Arbeit. Du hast dich an den Tisch gesetzt. Um 9.30 Uhr ging der vom Büro nebenan
an dir vorbei und fragte: “Willst du auch einen Kaffee?” Und du hast gesagt: “Hä!”
* Lachen * Und zwar für “Ja” und für “Nein”.
* Lachen * Am Nachmittag
kam derjenige vom Aussendienst. Mit dem
musstest du fast kommunizieren. Also hast du dir
extra etwas zurechtgelegt – z.B.: “Und?”
* Lachen * Und er sagte: “Frage nicht!”
* Lachen * Heute, überall wo du hinkommst,
dieses gottverdammte Kommunizieren! Und dann schimpft die halbe Schweiz
über Zürich: “In Zürich
redet im Tram niemand mit dir!” Gut!
* Lachen * Ich habe meine Probleme.
Ich will deine nicht wissen. * Lachen * Ich habe sonst schon
den ganzen Tag Kommunikation. Ich muss nicht auch noch im Tram … Entschuldigung, meine Waschmaschine
spricht zwölf Sprachen. * Lachen * Ich komme ins Badezimmer
und sie redet französisch mit mir. Warum? Die Franzosen
sollen bei sich zu Hause waschen. * Lachen * Und wenn du denkst,
die auf dem Land hätten es besser … Auf jeder Weide steht ein SVP-Plakat
und kommuniziert mit den Kühen. * Lachen * Ich kaufe schon lange
keine Freilandrinder mehr. * Lachen * Nein, sie kosten das Doppelte,
aber die Wahrheit ist: Sie sitzen den ganzen Tag im Stall. Ich würde auch nicht raus,
wenn direkt vor der Türe ein Weltformatplakat von Albert Rösti
hängen würde. * Lachen und Applaus * Und bei der Kommunikationstechnologie
ist es noch schlimmer. Du kannst darauf wetten: Sobald einer eine gute,
neue Technologie erfindet, kommt sofort ein anderer
und erfindet etwas dazu, das alles kaputt macht. Das ist schon
seit der Erfindung des Telefons so. Ah ja: Telefon. Eine super Erfindung, oder? Dann kommt ein anderer
und erfindet etwas dazu: das Telefon ohne Kabel. Du sitzt beim Mittagessen
und es ruft dich einer an: “Hallo,
ich bin gerade auf der Toilette.” Ja, hoffentlich fällst du rein.
* Lachen * Oder: Einer erfindet das Internet. Eine grossartige Technologie! Dann kommt ein anderer
und erfindet Katzenvideos. * Lachen * Oder WhatsApp.
Eine hervorragende Erfindung! WhatsApp. Dann kommt ein anderer
und erfindet die Emojis. Jetzt ist wieder alles kaputt. Kürzlich bekomme ich von Betty
eine WhatsApp-Nachricht. Ein gelbes Gesicht, das lacht. Ein starker Arm
und eine Hand, die wackelt. * Lachen * Was heisst das?
* Lachen * “Ich habe einen Hepatitis-Patienten
sehr fest geschlagen … … und er fand es auch noch lustig.”
* Lachen * Du kapierst überhaupt nicht,
was das soll. * Applaus *
Ich musste sie extra anrufen. “Du, was wolltest du sagen?” “Ich wollte dir
zum Geburtstag gratulieren.” * Lachen * Dann haben wir am Telefon etwa
zehn Minuten miteinander gestritten. Ich merkte erst 30 Minuten später,
dass ich gar nicht Geburtstag hatte. * Lachen * Kommunikationsfritzen
und Technologiekaputtmacher – das sind die neuen Berufe. Der Sinn einer Parkbusse ist nicht, dass du etwas lernst und aus Einsicht
nicht mehr falsch parkierst. * Lachen * Der Sinn ist,
dass du nochmals falsch parkierst und aus Wut über die zweite Busse mit 70 km/h
am Rotlichtblitzer vorbeifährst. * Lachen * Alleine in der Stadt Zürich … … sind 270’000 Fr.
Busseneinnahmen … … pro Tag
in der Stadtrechnung budgetiert. * Lachen * Also wenn du etwas lernen würdest … Sie schliessen aber
ein paar Schulhäuser. * Lachen * Und so ist es auch im Terrorismus: Der Terrorist legt die Bombe nicht
auf einem arabischen Marktplatz, weil ihm der Markt nicht gefällt.
* Lachen * Um ehrlich zu sein: Wenn du den Markt
in gewissen Ländern siehst, kannst du gar nicht sagen,
ob die Bombe schon explodiert ist oder nicht.
* Lachen * Der Terrorist legt eine Bombe,
weil er von Leuten angeworben ist, die ihm einreden,
wofür er kämpfen muss. Und deren einziges Ziel ist es,
Konflikte zu schüren, damit sie Waffen verkaufen können. Der illegale Waffenhandel ist einer der
grössten Wirtschaftszweige der Welt. Und der Terrorist ist sozusagen der
Callcenter-Agent des Waffenhandels. Spuren eines Grossteils
sämtlicher terroristischer Anschläge in den letzten 20 Jahren führen alle
zu denselben drei Personen. 1995: Algerien. 2001: Afghanistan. 2004: Madrid. 2012: Toulouse. 2015: Paris. 2016: Brüssel. Die Spuren führen immer
zu denselben drei Waffenhändlern: Der eine ist Marokkaner,
der andere Libyer, der dritte Syrer. Und diesen drei ist es völlig egal, ob das Ziel Ungläubige,
Sunniten, Schiiten oder Juden sind. ob das Ziel Ungläubige,
Sunniten, Schiiten oder Juden sind. Diese drei kämpfen im Namen vom einzigen
religionsübergreifenden Gott – dem Geld.
* Lachen * Und was machen die Geheimdienste? Sie überwachen
Hunderttausende von Leuten. Entschuldigung!
Du kannst diese Information googeln. Natürlich, ich meine:
Wir sind ein kleines Land. Was wollen wir da machen? Nur die Nummer 136 der Welt,
wenn es um die Grösse geht. Und nur die Nummer 14 der Welt,
wenn es um Waffenexporte geht. * Lachen * Aber zu unseren grössten Abnehmern gehören Länder wie Saudi-Arabien
und Pakistan. Aber das ist jetzt natürlich
der legale Waffenhandel. Der illegale Waffenhandel …
Ich weiss nicht, wie er funktioniert. Nein, der legale Waffenhandel
ist streng kontrolliert. Die Schweizerische
Industrie-Gesellschaft Neuhausen z.B. nennt sich neuerdings “Swiss Arms”. Das sind diejenigen, die das Sturmgewehr
für die Schweizer Armee machen. Nicht gerade das, was man sich unter
organisierter Kriminalität vorstellt. Schiessübungen auf dem Glaubenberg.
* Lachen * Das ist eher
die desorganisierte Kriminalität. * Lachen * Nun gut, ich meine,
Swiss Arms verkauft ihre Produkte natürlich auch anderen Zielgruppen –
falls diese sie wollen. Nur: Das musst du ja
erst einmal bekannt machen. Und dort
schliesst sich dann der Kreis: Dort brauchst du dann
Kommunikationsexperten, Kommunikationstechnologen, einen Internetauftritt
ohne Katzenvideos. Und das hat Swiss Arms alles. Die haben online
eine Art Versandkatalog. Das müssen Sie sich vorstellen
wie Victoria’s Secret. * Lachen * Statt Unterwäsche
gibt es einfach Waffen. Das sieht sich Guy Parmelin
nachts jeweils im Bett an. * Lachen * Und es gibt männliche Models
in diesem Katalog, die diese Waffen
zielgruppengerecht präsentieren – in geilen Kampfposen. Und das Titelmodel auf swissarms.ch
trägt eine samtfarbene Tarnjacke. Nicht sehr geeignet für
die Schiessübung auf dem Glaubenberg. * Lachen * Es trägt eine riesige,
schwarze Sonnenbrille. Nicht sehr geeignet
für den dort üblichen Schneeregen. Und es trägt einen breitkrempigen Hut
gegen die sengende Hitze. Und um den Hals
hat es ein Arabertuch gewickelt. * Lachen * Ich muss gar nicht wissen, wie der illegale Waffenhandel
funktioniert. Mehr als diese wunderbar klare
Kommunikation brauche ich nicht. * Lachen * Nicht so wunderbar als Kommunikation
ist es dann natürlich, wenn nach einem Massaker
bei einem IS-Terroristen Schweizer Handgranaten
gefunden werden. Das schadet natürlich unserem Image. Und dann sagen alle:
“Da kann man nichts machen!” * Lachen * Natürlich kann man etwas machen. Man kann endlich mal damit aufhören, auf unsere Handgranaten
“Swiss Made” zu schreiben. * Lachen und Applaus * # Die ganze Syrer … * Fröhliche Musik * # … chömed eifach dahere. # Zu eus als Asylante
mit Onkel und Tante. # Und denn hockeds i de Vorstädt # und mached
luuter so Schisslädeli uf. # Flicked Handys und Computer. # Händ mega vil Chunde,
wil ir Migros isch’s türer. * Lachen * # Huere türer. # Und vorher chömed d’Albaner,
spieled Fuessball. # Früener hämmer verlore,
aber isch eus doch wohl gsi. # Und vorher d’Italiäner
bringed Pizza und Spaghetti. # Es chunnt mer obsi, wil ich lieber
Schwiizer Öpfelmüesli hetti. # Und vorher chömed d’Schwabe
eifach zu eus abe. # Dr Herr Wander bringt Ovi,
dr Herr Nestle bringt Cailler. # Doofi Schwabe, Schoggi wämmer nöd! # Gönd hei, eh! # Und vorher d’Franzose
chömed eifach in Jura. # Bringed ihri doofe Banke und Uhre. # Und vorher chömed d’Römer
ihri Fahne cho hisse. # Bringed d’WC,
damit mer nüme an Bode müend pisse. * Lachen * # Und ihres voll doof Amphitheater
in Vindonissa. # Und vorher chömed d’Helvetier. # Die chönd nöd emal Düütsch,
niemert verstaht sie. # Und vorher bringed d’Pfahlbauer
Geisse und Chüeh. # I dr Schwiiz Chüeh –
da hani eifach Müeh! # Und vorher d’Neandertaler
bringed vo dehei # ihri doofe Holzspeer
mit Spitze us Stei. # Vo eusne Mammuts,
das isch nöd besproche, # schniidets Fleisch vom Chnoche
und mached Füür zum Choche. # Isch es nöd rächt gsi, Sakramänt, # wo mer am Mammut
eifach is Füdli bisse händ? # Und no vorher chrüched –
das isch no vil krasser – # die allererschte Fisch usem Wasser. # Chrüched und schliiched
und zwar typisch Asylant # nöd irgendneume ane,
nei, uf euses Land. # Det hämmer scho gseit:
“Gönd zrug, gönd hei!” # “Mer sind no gar nit da,
doch mer sind lieber allei.” # “Ihr wäret besser gar nie cho,
ihr wäret gschiider wider gange.” # Statt da mit eurere
voll doofe Evolution azfange.

2 thoughts on “Lorenz Keiser: Matterhorn Mojito | Comedy Showcase 2020 | SRF Comedy

  1. Wir sind offenbar ein Volk gewaltbereiter Soziopathen..(Moorgarten)🤔 Nun ja, ganz unrecht hat er nicht!😅😅😅

  2. Ihn gibt's ja offensichtlich schon lange 😉…warum kennt man ihn nicht? Der "Junge" ist sensationell!🤣🤣🤘🏻

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